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Das Schleudertrauma (HWS-Distorsion)

Das Schleudertrauma ist eine der häufigsten Verletzungen aus dem Bereich der Verkehrsunfälle. Wir möchten dieser Verletzung daher eine eigene Schmerzensgeldtabelle widmen.

Zunächst führen wir aber in die Grundlagen zu diesem Themenkomplex ein:

Der Begriff „HWS" wird üblicherweise mit der Verletzung Schleudertrauma gleichgesetzt. Dies ist jedoch falsch, da „HWS" lediglich „Halswirbelsäule" bedeutet (vgl. BWS = Brustwirbelsäule, LWS = Lendenwirbelsäule) bedeutet. Für diese Verletzung existieren viele gleichbedeutende Begriffe wie z.B. HWS-Zerrung, HWS-Distorsion, Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule, Halswirbelsäulendistorsion, Peitschenschlagphänomen etc.

Symptome, die für ein Schleudertrauma sprechen:

• Nackenschmerzen, Kopfschmerzen
• Nackensteife
• Muskelsteifheit
• Sehstörungen (Doppelbilder)
• Schwindel
• Übelkeit, Erbrechen
• Schluckstörungen
• Kribbeln und Taubheitsgefühle (an den Händen)
• schmerzhafte Bewegungseinschränkung von Kopf und Hals

Zu beachten ist dabei, dass diese Beschwerden teilweise erst Stunden nach dem konkreten Vorkommnis auftreten.

Ein geringer Auffahrunfall reicht bereits aus, um ein solches Krankheitsbild entstehen zu lassen. Die HWS wird dabei – zwischen Kopf und Rumpf - über das physiologische Maß hinaus ruckartig bewegt, was u.a. zu einer Überdehnung von Bändern und Bandscheiben führen kann.

Es existierten vier unterschiedliche Stufen der HWS-Distorsion:

Stufe 1:
Leichte Fälle von Beschwerden der Halswirbelsäule in Form von Schmerzen im Nacken und Hinterkopf, Steifheitsgefühl, Überempfindlichkeit, geringe Bewegungseinschränkungen; häufig geht diesen Symptomen eine schmerzfreie Zeit von ca. 1 - 48 Stunden voraus, keine Auffälligkeiten bei Röntgenuntersuchung.

Stufe 2:
Zusätzlich zu Stufe 1 schmerzhafte Einschränkungen der Beweglichkeit, Schmerzen im Mundbereich sowie Parästhesien der Arme (Kribbeln, Taubheit, Einschlafen von Gliedmaßen). Kaum schmerzfreie Zeit nach Unfall (üblicherweise < 1 Stunde). Z.T. röntgenologisch feststellbare Veränderung (Knick in HWS).

Stufe 3:
Verminderte Muskelreflexe bzw. eingeschränkte Funktionstüchtigkeit (Insuffizienz) der Halsmuskulatur, Röntgenologisch feststellbare Risse, Fehlstellungen, Frakturen oder Verrenkungen, Lähmungserscheinungen, Verletzung sofort schmerzhaft, teilweise kurze Bewusstlosigkeit, oftmals Bettlägerigkeit.

Stufe 4:
Frakturen im Bereich der HWS, die meist sofort am Unfallort tödlich verlaufen bzw. zu Querschnittslähmungen (ab Hals) führen.

Oft – bei geringem Schweregrad - ist die HWS-Distosion äußerlich nicht nachweisbar bzw. lässt sich auch mittels bildgebender Untersuchungsmethoden (Röntgenaufnahme, Magnetresonanztomographie bzw. MRT) nicht zweifelsfrei nachweisen. Es kommt deshalb häufig zu Streitigkeiten zwischen Versicherungen und Geschädigten. Der Begriff der Harmlosigkeitsgrenze wird in diesem Fall von Haftpflichtversicherungen oft schematisch benutzt und eingewandt, dass der Aufprall mangels physikalischer Wucht nicht in der Lage gewesen wäre, die festgestellte Verletzung zu verursachen.

Diesem Argument ist der BGH entgegen getreten (Urteil vom 28.01.2003 - VI ZR 139/02). Es komme danach stets auf die Umstände des Einzelfalles an. Eine HWS-Verletzung darf nicht pauschal ausgeschlossen werden, weil die biomechanischen Einwirkungen gering sind. Bis zu einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung von 15 km/h ist von einem Indiz für eine unfallbedingte Verletzung auszugehen (Kammergericht Berlin, Urteil vom 12. 2. 2004 - 12 U 219/02). Unterhalb der Grenze von 15 km/h wird man erhöhte Beweisanforderungen an den Geschädigten stellen müssen.

Suchen Sie nach einem Verkehrsunfall also in jedem Fall einen Arzt und ggf. Rechtsanwalt auf.

Wie oben bereits angedeutet besteht zwischen Versicherungen und Geschädigten oftmals Streit über das Vorhandensein einer HWS-Verletzung und mithin der Voraussetzung für ein Schmerzensgeld. Bei normalen bzw. vergleichsweise geringen Verletzungen werden sich die Beteiligten üblicherweise in außergerichtlichen Verhandlungen auf einen Vergleich einigen. Hierbei kommt es zu einer beachtlichen Spannbreite der gezahlten Schmerzensgelder. Finden Sie hierzu in der Schmerzensgeldtabelle unserer Partnerseite eine Vielzahl geschlossener Vergleiche.

Wie gesagt, wir haben Ihnen zum Thema HWS-Distorsion eine eigene Schmerzensgeldtabelle-HWS zusammengestellt. Hiermit ist Ihnen ein schneller Überblick über etwaige Schmerzensgeldbeträge möglich.