Suche
Schmerzensgeld.info
Banner
Subvenio
Banner
Banner

Schmerzensgeld für Mobbing

Der Begriff „Mobbing“ ist in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Modebegriff geworden und wird zunehmend außerhalb seinem eigentlichen Anwendungsbereichs (inflationär) gebraucht. Dies führt auch dazu, dass vermehrt Entscheidungen der Arbeitsgericht bekannt werden, die eben einen Anspruch wegen Mobbings verneinen.

In einer grundlegenden Entscheidung des Landesarbeitsgericht Thüringen (Urteil vom 10.04.2001 –5 Sa 403/00 ) definierte das Gericht „Mobbing“ als eigenen juristischen Tatbestand und formulierte wie folgt:

Im arbeitsrechtlichen Verständnis erfasst der Begriff des "Mobbing" fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander übergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen, die nach Art und Ablauf im Regelfall einer übergeordneten, von der Rechtsordnung nicht gedeckten Zielsetzung förderlich sind und jedenfalls in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder andere ebenso geschützte Rechte, wie die Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen verletzen.

Oftmals bestehen jedoch Beweisschwierigkeiten für die Betroffenen. Es wird in diesem Zusammenhang der Begriff des sog. Mobbing-Tagebuchs genannt. Hierin sollte der konkrete Zeitpunkt der Mobbinghandlung und deren Häufigkeit festgehalten, mögliche Zeugen und die genauen Umstände niedergelegt werden. Ein solches Mobbing-Tagebuch führt jedoch nicht in jedem Fall zu einem erfolgreichen Prozess. Jedenfalls müssen in einem Prozess sämtliche Mobbing-Einzel-Handlungen detailliert substantiiert dargestellt und eine Gesamtwürdigung unterzogen werden.

Entscheidend ist, dass dem Mobbing eine gewisse Dauerhaftigkeit innewohnt und sich nicht nur in gegenseitigem „Geben und Nehmen“ erschöpft, wie das Landesarbeitsgericht München am 21.07.2005 (3 Sa 13/05) zu entscheiden hatte. Wichtig ist, dass es sich um ein fortgesetztes und aufeinander aufbauendes Verhalten des Mobbenden handelt